Gesunde Pflanzen beginnen nicht erst beim Dünger – sondern im Boden. Genau deshalb setzen immer mehr Gartenbesitzer, Gartenbaubetriebe und Landwirte auf natürliche Bodenhilfsstoffe wie Gesteinsmehl. Dabei sind Steinmehle seit vielen Jahren eine bewährte Möglichkeit, den Boden mit wertvollen Mineralstoffen und Spurenelementen anzureichern und die Bodenstruktur langfristig zu verbessern.
Besonders im Gemüse- und Ziergarten wird Gesteinsmehl häufig als natürlicher Dünger eingesetzt. Aber auch auf Rasenflächen, in Hochbeeten sowie in der Landwirtschaft spielt die Anwendung von Gesteinsmehl eine immer größere Rolle. Vor allem ausgelaugte, sandige oder stark beanspruchte Böden können von der regelmäßigen Zugabe mineralischer Stoffe profitieren.
Aber auch als Anstrich für Bäume, zum Schutz der Rinde im Winter sind solche Hilfsstoffe bestens geeignet.
Je nach Gesteinsart enthält Gesteinsmehl wichtige Mineralien wie Magnesium, Eisen, Calcium, Silizium sowie zahlreiche Spurenelemente. Diese unterstützen nicht nur die Bodenfruchtbarkeit, sondern fördern auch das Bodenleben und die natürliche Aktivität von Mikroorganismen. Gleichzeitig kann Gesteinsmehl dabei helfen, die Wasserspeicherung und die Krümelstruktur des Bodens zu verbessern.
Doch wie werden Basaltmehl, Urgesteinsmehl, Diabasmehl & Co. eigentlich richtig angewendet? Welche Mengen sind sinnvoll, wann sollte das Material ausgebracht werden und wie lässt sich Gesteinsmehl optimal in Garten und Landwirtschaft verarbeiten?
In diesem Ratgeber erfährst du, wie du Steinmehl als Dünger im Gemüsegarten, Ziergarten, auf dem Rasen und in der Landwirtschaft einsetzen kannst, welche Vorteile die mineralische Bodenverbesserung bietet und worauf du bei der Anwendung achten solltest.
Inhaltsverzeichnis
Warum wird Gesteinsmehl als Dünger eingesetzt?
Anders als klassische NPK-Dünger wird Gesteinsmehl als Mineralstoffdünger eingesetzt und liefert zwar nur geringe Mengen an Stickstoff, Phosphor oder Kalium, versorgt den Boden jedoch langfristig mit wichtigen Mineralstoffen und Spurenelementen – und ist vor allem eines: 100% reines Naturprodukt.
Besonders Basaltmehl und andere Gesteinsmehle enthalten unter anderem:
- Magnesium
- Eisen
- Calcium
- Silizium
- Schwefel
- Kupfer
- Kobalt
- Molybdän
- Nickel
Diese Mineralstoffe spielen eine wichtige Rolle für die Bodenfruchtbarkeit und das Pflanzenwachstum. Vor allem Spurenelemente werden von Pflanzen zwar nur in kleinen Mengen benötigt, sind jedoch entscheidend für Stoffwechselprozesse, Wurzelentwicklung und die Bildung gesunder Pflanzenzellen.
Deshalb wird Gesteinsmehl häufig ergänzend zu organischen Düngern wie:
- Kompost
- Mist
- Hornspänen
- Pflanzenjauchen
- organischem Langzeitdünger eingesetzt.
Während organische Dünger hauptsächlich Nährstoffe liefern, verbessert Gesteinsmehl zusätzlich:
- die Bodenstruktur,
- die Krümelbildung,
- die Wasserspeicherung,
- sowie die Aktivität von Mikroorganismen.
Vor allem ausgezehrte, sandige oder stark beanspruchte Böden profitieren von einer regelmäßigen mineralischen Versorgung.
Gesteinsmehl richtig verarbeiten und einarbeiten
Die richtige Verarbeitung entscheidet maßgeblich darüber, wie gut Gesteinsmehl im Boden wirken kann. Viele Gartenbesitzer streuen das Material lediglich oberflächlich aus. Deutlich effektiver ist jedoch das gezielte Einarbeiten in die obere Bodenschicht.
Gesteinsmehl trocken ausbringen
In den meisten Fällen wird Gesteinsmehl trocken ausgebracht. Dafür eignet sich:
- ein Streuwagen,
- eine Handschaufel,
- ein Düngerstreuer,
- oder bei kleineren Flächen die Ausbringung per Hand.
Das Material sollte möglichst gleichmäßig verteilt werden, damit alle Pflanzenbereiche von den enthaltenen Mineralstoffen profitieren.
Bei windigem Wetter empfiehlt sich leicht angefeuchtetes Material, da feines Gesteinsmehl stark stauben kann.
Gesteinsmehl richtig einarbeiten
Nach dem Ausbringen sollte Gesteinsmehl leicht in den Boden eingearbeitet werden. Bei trockener Witterung empfiehlt sich das anschließende Bewässern. Dadurch verbindet sich das feine Material besser mit dem Boden und wird weniger vom Wind verweht. Besonders wirksam ist eine Einarbeitung in die oberen 5 bis 15 Zentimeter der Bodenschicht. Dafür eignen sich:
- Harke,
- Grubber,
- Kultivator,
- Fräse,
- oder Egge bei größeren Flächen.
Das Einarbeiten sorgt dafür, dass:
- die Mineralstoffe schneller verfügbar werden,
- Mikroorganismen direkten Kontakt zum Material erhalten,
- und das Gesteinsmehl nicht durch Regen oberflächlich abgeschwemmt wird.
Im Gemüsebeet genügt meist ein flaches Einharken. In der Landwirtschaft erfolgt die Verarbeitung häufig direkt vor dem Pflügen oder Eggen.
Gesteinsmehl mit Wasser
anwendenTeilweise wird Gesteinsmehl auch mit Wasser vermischt und als sogenannte Gesteinsmehl-Suspension ausgebracht. Diese Methode wird vor allem:
- im Gartenbau,
- bei Jungpflanzen,
- oder zur Blattbehandlungverwendet.
Typische Mischungsverhältnisse liegen bei 1 bis 3 kg Gesteinsmehl auf 10 Liter Wasser.
Die Mischung sollte regelmäßig umgerührt werden, da sich das Material schnell absetzt.
Gesteinsmehl mit Kompost und Mist kombinieren
Besonders effektiv ist die Kombination aus Gesteinsmehl und organischem Material. Viele Landwirte und Hobbygärtner streuen Gesteinsmehl direkt:
- auf den Kompost,
- in Stallmist,
- oder auf Einstreu im Stall.
Dadurch können:
- Gerüche reduziert,
- Feuchtigkeit gebunden,
- und Rotteprozesse unterstützt werden.
Für den Kompost reicht meist 200 bis 500 g Gesteinsmehl pro Quadratmeter Kompostfläche oder eine dünne Schicht pro Kompostlage. Im Stallbereich werden häufig 100 bis 300 g pro Quadratmeter Einstreu verwendet.
Gesteinsmehl Anwendung im Gemüsegarten
Im Gemüsegarten wird Gesteinsmehl vor allem bei Starkzehrern eingesetzt. Pflanzen wie:
- Tomaten,
- Kürbis,
- Zucchini,
- Kohl,
- Gurken,
- Sellerie
- oder Paprika
profitieren besonders von einem mineralstoffreichen Boden.
Richtwerte zum Verbrauch im Gemüseanbau
Vor der Pflanzung werden meist 150 bis 300 g Gesteinsmehl pro Quadratmeter gleichmäßig auf dem Beet verteilt und leicht eingeharkt. Bei stark ausgelaugten Böden kann die Menge auf bis zu 500 g pro Quadratmeter erhöht werden.
Richtwerte zum Verbrauch im Hochbeet
Im Hochbeet reicht eine jährliche Gabe von etwa 100 bis 200 g pro Quadratmeter.
Zusätzlich kann Gesteinsmehl direkt ins Pflanzloch gegeben werden:
- etwa 25 bis 50 g je Pflanze (abhängig von der Pflanzengröße)
Das verbessert die Mineralstoffversorgung im unmittelbaren Wurzelbereich.
Gesteinsmehl Anwendung auf dem Rasen
Auf Rasenflächen wird Gesteinsmehl häufig zur Bodenverbesserung und als ergänzender Rasendünger eingesetzt. Besonders verdichtete Böden, Moosbildung oder schwaches Wachstum können Hinweise auf ein gestörtes Bodenleben sein.
Optimal ist die Anwendung:
- nach dem Vertikutieren,
- Aerifizieren
- oder Sanden des Rasens
Dadurch gelangt das feine Material besser in die obere Bodenschicht.
Richtwerte zum Verbrauch auf dem Rasen
- 150 bis 250 g Gesteinsmehl pro Quadratmeter verwenden
Anschließend sollte der Rasen gründlich bewässert werden.
Viele Gartenbesitzer kombinieren Gesteinsmehl zusätzlich mit:
- organischem Rasendünger,
- Komposterde
- oder Rasensand.
Dadurch verbessert sich langfristig:
- die Bodenlockerung,
- die Wasseraufnahme,
- und die Aktivität von Bodenorganismen.
Vor allem moosige oder stark verdichtete Flächen profitieren häufig von einer langfristigen Bodenverbesserung.
Gesteinsmehl Anwendung in der Landwirtschaft
In der Landwirtschaft wird Gesteinsmehl häufig zur langfristigen Bodenregeneration eingesetzt. Besonders im organisch-biologischen Landbau spielt die mineralische Versorgung des Bodens eine wichtige Rolle.
Das Gesteinsmehl wird meist:
- vor dem Pflügen,
- Eggen
- oder der Saatbettbereitung
auf die Flächen ausgebracht.
Richtwerte zum Verbrauch von Gesteinsmehl in der Landwirtschaft
- 400 bis 600 kg pro Hektar.
Bei stark ausgelaugten Böden oder während der Umstellung auf ökologische Bewirtschaftung werden teilweise:
- bis zu 1.000 kg pro Hektar eingesetzt.
Auch auf:
- Grünland,
- Wiesen,
- Weiden
- und Ackerflächen
wird Gesteinsmehl regelmäßig verwendet.
Darüber hinaus nutzen viele Betriebe Gesteinsmehl:
- im Stall,
- auf Kotplatten,
- oder bei der Mistlagerung.
Das feine Material bindet Feuchtigkeit und kann helfen, Ammoniakgerüche zu reduzieren. Gleichzeitig wird der spätere Mist mit Mineralstoffen angereichert und lässt sich gleichmäßiger ausbringen.
FAQ – Häufige Fragen rund um Gesteinsmehl
Ist Gesteinsmehl ein vollwertiger Dünger?
Gesteinsmehl gilt als natürlicher Mineralstoffdünger und Bodenverbesserer. Im Gegensatz zu klassischen NPK-Düngern enthält es nur geringe Mengen an Stickstoff, Phosphor oder Kalium, versorgt den Boden jedoch mit wichtigen Mineralstoffen und Spurenelementen wie Magnesium, Eisen, Calcium oder Silizium. Besonders in Kombination mit Kompost oder organischen Düngern wird Gesteinsmehl häufig zur langfristigen Bodenpflege eingesetzt.
Wann sollte Gesteinsmehl ausgebracht werden?
Gesteinsmehl kann grundsätzlich das ganze Jahr über angewendet werden. Besonders sinnvoll ist die Ausbringung im Frühjahr vor der Pflanzung oder im Herbst zur Regeneration des Bodens. Im Gemüsebeet, auf dem Rasen oder in der Landwirtschaft wird Gesteinsmehl häufig vor dem Einarbeiten, Pflügen oder Vertikutieren ausgebracht.
Wie wird Gesteinsmehl richtig verarbeitet und eingearbeitet?
Das feine Gesteinsmehl wird möglichst gleichmäßig auf der Fläche verteilt und anschließend leicht in die obere Bodenschicht eingearbeitet. Dafür eignen sich Harke, Grubber oder Kultivator. Im Garten reicht meist eine Einarbeitung von etwa 5 bis 15 Zentimetern Tiefe aus. Anschließendes Bewässern verbessert die Verbindung mit dem Boden.
Wie viel Gesteinsmehl sollte verwendet werden?
Die empfohlene Menge hängt vom Einsatzbereich und der Bodenbeschaffenheit ab. Im Gemüse- oder Ziergarten werden meist etwa 100 bis 300 Gramm pro Quadratmeter verwendet. Für Rasenflächen gelten häufig 150 bis 250 Gramm pro Quadratmeter als Richtwert. In der Landwirtschaft werden oft 400 bis 600 Kilogramm pro Hektar ausgebracht.
Kann Gesteinsmehl mit Kompost kombiniert werden?
Ja, die Kombination mit Kompost gilt als besonders sinnvoll. Gesteinsmehl unterstützt die Rotteprozesse, bindet Feuchtigkeit und kann unangenehme Gerüche reduzieren. Gleichzeitig reichert es den späteren Kompost mit wertvollen Mineralstoffen und Spurenelementen an. Mehr dazu hier
Übersicht von Verarbeitungs- und Anwendungsmengen Urgesteinsmehl