Kiesflächen sind eine moderne und vielseitige Lösung für Gartenwege, Terrassen oder Einfahrten. Sie überzeugen durch ihre natürliche Optik und ermöglichen eine optimale Versickerung von Regenwasser. Doch ohne eine geeignete Stabilisierung kann der Kies verrutschen, sich absenken oder unschöne Spurrillen bilden. Die ideale Lösung hierfür sind Kieswaben.
In diesem Artikel zeigen wir dir eine Schritt für Schritt Anleitung, wie du Kieswaben richtig verlegst, welchen Untergrund du dafür brauchst und wie du typische Fehler vermeidest, damit deine Kiesfläche lange stabil und schön bleibt.
Inhaltsverzeichnis
Was sind Kieswaben und warum sind sie sinnvoll?
Kieswaben – auch Kiesgitter oder Schotterwaben genannt – bestehen aus stabilen Kunststoffplatten mit wabenförmigen Kammern. Sie stabilisieren lose Materialien wie Kies oder Splitt und verhindern deren seitliche Bewegung. So kombinieren sie Optik und Funktion auf perfekte Weise – besonders im Garten.
Vorteile vom Kiesgitter:
Hohe Stabilität für Kiesweg, Terrasse und Parkfläche
Trittfeste und befahrbare Oberfläche
Natürliches Erscheinungsbild – die Waben verschwinden unter dem Kies
Geringer Pflegeaufwand, kein Nachschieben von Kies
Ökologisch: Regenwasser kann komplett versickern
Lange Haltbarkeit durch UV-beständige Materialien
Schritt für Schritt Anleitung
Planung: Fläche ausmessen und vorbereiten
Bevor du mit dem Verlegen der Kieswaben beginnst, solltest du deine Fläche sorgfältig planen.
1. Fläche ausmessen:
Berücksichtige Kanten, Rundungen und Übergänge. Plane immer 5–10 % Materialreserve ein.
2. Nutzung festlegen:
Fußweg/Gehweg
Terrasse
Stellplatz
Einfahrt (besonders wichtig für die Dicke des Unterbaus)
3. Gefälle beachten:
Ein leichtes Gefälle (ca. 1–2 %) ist sinnvoll, damit Oberflächenwasser abfließen kann.
Eine gute Vorbereitung spart später Arbeit – und verhindert Absackungen.
Der richtige Untergrund – das A und O beim Kieswaben verlegen
Damit die Kiesgitter stabil funktionieren, benötigen sie einen korrekt aufgebauten Untergrund.
1. Untergrund ausheben
Die Aushubtiefe richtet sich nach der späteren Beanspruchung. Im Folgenden sind die empfohlenen Tiefen für verschiedene Nutzungen aufgelistet:
Gartenwege: 15–20 cm
Terrassen: ca. 20-25 cm
Befahrbare Flächen: 40 cm
Entferne gründlich alle Pflanzenwurzeln sowie lockere Erdschichten, um eine stabile und tragfähige Basis zu schaffen.
2. Schotter und Bettungsschicht
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Tragschicht aus Schotter (0/32 oder 0/45):
wird lagenweise eingebaut
jede Lage muss mit einer Rüttelplatte verdichtet werden
sorgt für Lastverteilung
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Bettungsschicht aus Splitt (2/5 oder 4/8):
Schichtdicke ca. 3–5 cm
dient als Ausgleich und sorgt dafür, dass die Kieswabe eben aufliegen
Wichtig ist, dass die Oberfläche glatt abgezogen wird. Unebenheiten führen später zu Instabilität. Folgende Produkte eignen sich für die Schotter- und Bettungsschicht:
Unkrautvlies & Randeinfassung
Ein Unkrautvlies verhindert, dass sich durch Windflächen oder Samen später Unkraut im Kies ansiedelt. Es wird direkt auf die Bettungsschicht gelegt. Bei unseren Kieswaben ist das Unkrautvlies schon an dem Gitter befestigt. So spart man sich das Verlegen dieser Schicht.
Zusätzlich solltest du eine Randeinfassung einplanen – z. B. aus Metall, Beton, Randsteine oder Kunststoff. Diese verhindert, dass Kies und Waben sich seitlich verschieben.
Verlegen der Kieswaben
Jetzt geht es an das eigentliche Verlegen.
1. Verlegen der Platten
Beginne am besten an einer geraden Kante.
Die Kieswaben werden einfach versetzt verlegt, sodass kein aufwändiges Klicksystem erforderlich ist.
Achte darauf, dass die Platten stabil und ohne sichtbare Spalte aneinanderliegen.
Falls du Rundungen oder Ecken hast, kannst du die Waben mit einer Säge wie Stich- oder Handsäge zurechtschneiden. Das Material ist flexibel genug, um es gut zu bearbeiten.
2. Besonderheiten bei Gefälle oder größeren Flächen
Bei Gefälle solltest du immer von unten nach oben arbeiten. So verhinderst du, dass die Platten verrutschen.
Bei großen Flächen empfiehlt es sich, zwischendurch die Ebenheit mit einer langen Wasserwaage zu prüfen.
Sind alle Gitter verlegt, empfiehlt es sich, sie kurz anzurütteln (mit einer kleinen Platte und Gummimatte), damit sie sich optimal setzen.
Kies einfüllen und Oberfläche fertigstellen
Nun wird der Kies eingefüllt. Achte darauf, dass die Körnung zu den Waben passt (oft empfohlen: 8/16 oder 16/32). Der Kies sollte die Waben komplett füllen und etwa 1–2 cm überstehen.
Warum ist das wichtig?
Die obere Kiesschicht kaschiert die Waben komplett.
Sie sorgt dafür, dass die Fläche optisch homogen wirkt.
Eine leichte Überdeckung schützt die Waben vor UV-Strahlung und Abnutzung.
Verteile den Kies gleichmäßig mit einem Rechen und kontrolliere anschließend die Fläche nochmals auf Unebenheiten.
Pflege nach dem Verlegen
Kieswaben sind pflegeleicht, doch ein wenig Aufmerksamkeit verlängert die Lebensdauer deiner Fläche:
Entferne gelegentlich Laub, damit Wasser ungehindert versickern kann.
Fülle bei Bedarf etwas neuen Kies nach, falls Bereiche absacken oder stark beansprucht werden.
Gewaltige Unkrautbildung ist selten, aber einzelne Pflanzen kannst du problemlos herausziehen.
In der Regel bleibt eine Fläche mit Waben langfristig formstabil – selbst bei hoher Belastung.
Fehler vermeiden beim Verlegen von Kieswaben
Damit deine Fläche dauerhaft stabil bleibt, solltest du diese typischen Fehler vermeiden:
- ❌ Tragschicht nicht ausreichend verdichtet
- ❌ Zu feine Kieskörnung
- ❌ Waben nicht vollständig gefüllt
- ❌ Fehlende Randeinfassung
- ❌ Unebene Bettungsschicht
- ❌ Kein Vlies (führt zu massivem Unkrautwachstum)
Wer sorgfältig arbeitet, wird jahrelang Freude an seiner Kiesfläche haben.
Fazit
Kieswaben verlegen ist einfacher, als viele denken – solange der Untergrund fachgerecht vorbereitet ist. Mit einem stabilen Aufbau, dem richtigen Kies und sorgfältig zugeschnittenen Waben entsteht eine langlebige, optisch ansprechende und sogar befahrbare Fläche. Ob Gartenweg, Terrasse oder Einfahrt: Kieswaben sind eine moderne Lösung für alle, die Wert auf Stabilität und natürliche Optik legen.